Bauservice Public

Daniel Laubscher
Dipl. Architekt HTL
Bauinspektor
Schützenweg 20.
3294 Büren a/A

Unterstützungen und Beratungen
der öffentlichen Hand im Bau- und Planungswesen

berufsbild

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Kleine Gemeinden stehen im Kanton Bern, aber sicher auch in der ganzen Schweiz zunehmend unter Druck. Insbesondere im Bau- und Planungswesen zeichnen sich für die Zukunft deutlich Struktur- und Organisationsschwächen bei den erwähnten Gemeinden ab. Von Seiten der Wirtschaft und Investoren wird immer wieder betont, dass rasche und flexible Bewilligungsverfahren zentral seien für einen attraktiven Wirtschaftsstandort. Allzulange und unprofessionell geführte Bewilligungsverfahren kosten viel Geld und dämpfen die wirtschaftliche Dynamik. In einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld, bei stetig steigendem Aufgabengebiet, in welchem das Bau-, Planungs- und Umweltrecht immer komplexer und umfangreicher wird, ist manche kleine Gemeinde, welche das Bau- und Planungswesen im Milizsystem organisiert hat, schlicht überfordert. Im Baubewilligungs- und Baupolizeiverfahren kommt es nicht selten vor, dass das eingereichte Baugesuch von verschiedensten Kommissions- und Behördemitglieder beurteilt und geprüft wird. Gewässerschutzgesuche werden im Kt. Bern in über 60% der Gemeinden durch Kommissionsmitglieder ohne technische- oder branchenspezifische Ausbildung geprüft (Quelle: Umfrage des Amtes für Gewässerschutz und Abfallwirtschaft 1997). Lange Verfahrenswege, mangelhafte Prüfung (fehlende Fachkompetenz), fehlende oder nur oberflächlich durchgeführte Baukontrollen sowie fehlende Beratung und Koordination sind die Folge für den Gesuchsteller. Der Gesuchsteller ist dadurch verunsichert und weiss nicht, welche Dienstleistung er eigentlich beanspruchen kann.

Hinzu kommt die allgemeine Tendenz, im Bereich der öffentlichen Verwaltung, neue wirkungsorientierte Verwaltungsmodelle einzuführen und eine Reorganisation in Richtung New Public Management (NPM) durchzuführen (z.B. Projekt: Die Gemeinden - Ein neuzeitliches Dienstleistungsunternehmen im Kt. Bern oder WOV - Wirkungsorientierte Verwaltung im Kt. Luzern).

Diese Ausgangslage zeigt klar auf, dass insbesondere kleine Gemeinden ohne Fachkraft und ausgebildetes Personal gerade im Bau- und Planungswesen den zukünftigen Anforderungen nicht mehr gerecht werden und die Dienstleistung Bauverwaltung nicht mehr bürgernah und kundenfreundlich innert nützlicher Frist erbringen können.

Es sei jedoch auch erwähnt, dass es durchaus vorbildliche Bauverwaltungen gibt, welche sehr professionel arbeiten und eine einwandfreie Dienstleistung erbringen. Im Kanton Bern jedoch, weisen von den über 400 Gemeinden, 290 Gemeinden weniger als 2'000 Einwohner auf. Die wenigsten dieser Gemeinden sind in der Lage einen Fachperson im Bereich der Bauverwaltung anzustellen. Daher ist das Bauwesen in diesen Gemeinden auch sehr unterschiedlich organisiert und wird von Politikern oder Behördemitgliedern im Milizsystem vollzogen. Dabei entstehen in der Praxis für einen Baugesuchsteller die unterschiedlichsten Verfahrensabläufe, welche Unsicherheit bis sogar Misstrauen auslösen kann.

Dabei sollte gerade das Baubewilligungsverfahren gemäss kantonalem Baugesetz einheitlich vollzogen werden. Die Kleinstgemeinde hat die gleiche gesetzliche Grundlage wie die grosse Stadt. Einzig die personellen Mittel sind sehr unterschiedlich und daher ist es auch verständlich, dass das Gefälle des Professinalisierungsgrades sehr gross ist.

Die vorliegende Publikation versucht nach Betrachtung der Ausgangslage und dem aktuellen Zustand auf der heutigen Bauverwaltung, Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen und propagiert die Wandlung von der Bauverwaltung zum umfassenden Dienstleistungsunternehmen.

Denn das Ausstellen einer Baubewilligung ist nicht ein behördlicher Gnadeakt, sondern ein transparenter Verfahrensablauf, bei dem unter bestimmten, zu überprüfenden Umständen ein Rechtsanspruch auf einen positiven Entscheid besteht.

P.S. Wenn im folgenden von Bauverwaltern und Bauinspektoren die Rede ist, sind selbstverständlich auch die weiblichen Berufsleute miteinbezogen. Es ist erfreulich, dass dieser ehemalige "Männerberuf" langsam aber sicher auch bei den Damen sein Interesse findet.

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