Bauservice Public

Daniel Laubscher
Dipl. Architekt HTL
Bauinspektor
Schützenweg 20.
3294 Büren a/A

Unterstützungen und Beratungen
der öffentlichen Hand im Bau- und Planungswesen

berufsbild

Inhaltsverzeichnis

Aufgabenkatalog

Von den umfangreichen Aufgaben der Bauverwaltung

Gemäss den Ausführungen im vorangegangenen Kapitel, könnte man meinen, die Bauverwaltung beschäftige sich ausschliesslich mit dem Baubewilligungsverfahren und den daraus resultierenden Belangen der Baupolizei. Sicher ist dies eine Kerngebiet jeder Bauverwaltung. Sehr oft machen diese Verfahrensabläufe jedoch nur einen Bruchteil im umfangreichen Aufgabenspektrum einer Bauverwaltung aus. So hat die Bauverwaltung neben den erwähnten Kontroll- und Vollzugsaufgaben immer mehr mit Management- und Leitungsaufgaben zu tun. Diese Tendenz zu einem sich stetig wandelnden und anwachsenden Aufgabengebiet mit zunehmender Komplexität, veranschaulicht folgender Auszug aus der Rede des Regierungsrates Mario Annoni zur 20. Hauptversammlung (1997) der Vereinigung Bernischer Bauinspektoren / Bauverwalter (VBB):

"...dass der Beruf des Bauverwalters von heute wenig gemeinsam hat mit demjenigen vor 20 Jahren. Kontrolle und Aufsicht sind nach wie vor wichtig, der Bauverwalter wird aber immer mehr zum Manager, der zunehmend mit Personen zu tun hat und weniger mit Plänen. Er vermittelt sein Wissen an alle, die mit Bauen zu tun haben. Dazu gehören auch Beiträge zur Konfliktverminderung und zur Kostensenkung. Je besser der Bauverwalter sein Metier beherrscht, desto kürzer sind die Verfahren, was mit zur Verbesserung der Standortsituation für den Kanton beiträgt. Diese Tendenz zum neuen Berufsbild wird und muss weitergehen. Von Seiten des Kantons ist die Harmonisierung des Verfahrensablaufes das wichtigste Ziel. Ebenfalls wichtig ist die Weiterbildung der Projektverfasser. Dadurch sollte sich der Kontrollaufwand der Bauverwalter vermindern, der die freiwerdende Arbeitskapazität sinnvoller einsetzen kann. ..."

Ein Blick auf die aktuellen Pflichtenhefter zeigt die Vielfältigkeit des Berufsbildes Bauverwalter auf. Dieses grosse Aufgabengebiet ist sicher eine interessante Herausforderung für die einzelne Berufsperson, kann aber auch zu einer Konfliktquelle bei der Gemeindeverwaltung werden. Insbesondere dann, wenn der Bauverwaltung regelmässig neue Aufgaben zugeteilt werden. Das dieser Sachverhalt nicht nur vereinzelt auftritt, belegt die wissenschaftliche Untersuchung des Forschungszentrum für schweizerische Politik der Universität Bern im Auftrag des Raumplanungsamtes der Baudirektion des Kantons Bern. Die Verfasser, Lorenz Kummer und Adrian Vatter, einer entsprechenden Analyse, stellen auf Seite 4 Ihres Berichtes folgendes fest:

Die Bauverwaltung: "Das Mädchen für alles"

Die Bauverwaltung erhält (zum Beispiel im Umwelt- und Energiebereich) regelmässig neue Aufgaben zugeteilt. Gleichzeitig nimmt aber auch die Arbeitsbelastung in den ursprünglichen Bereichen zu. Es zeigt sich folgendes Bild: Mehr und anspruchvollere Arbeit bei gleichbleibendem Personalbestand. Der Gemeinderat beziehungsweise die Gemeindeversammlung sind im Allgemeinen nicht bereit, der Bauverwaltung mehr Personal zur Verfügung zu stellen.

Zum oben erwähnten Sachverhalt kommt heute noch die allgemein angespannte finanzielle Lage der öffentlichen Gemeinwesen dazu. Für die Erfüllung der öffentlichen Dienstleistungen stehen immer weniger Ressourcen (Personal und Mittel) zur Verfügung. Dies führt vorerst zu einer sicher begrüssenswerten Effizienzsteigerung. Es wird überall optimiert, Dienstleistungen privatisiert oder ausgelagert. Die Tendenz hin zum NPM oder wirkungsorientierten Aufgabenerfüllungen sind sicher nicht a priori schlecht und bewirken ein Überdenken der Dienstleistungen der öffentlichen Hand.

Hingegen wird sehr oft das gleiche Aufgabenvolumen auf immer weniger Schultern, sprich Personen verteilt. Sparen ist angesagt. Bei den Lohn- und Personalkosten lassen sich kurzfristig am meisten Kosten sparen. Dabei wird aber nicht wirklich gespart, sondern Aufgaben nur vor sich hingeschoben, welche sich kumulieren und später erbracht werden müssen.

Diese Tatbestände führen dann sehr oft zu schlecht motiviertem Personal und sind Ausgangspunkt für Zündstoff und Personalkonflikte.

Das diese Konflikte nicht nötig sind und auch für dieses Spannungsfeld Lösungsmöglichkeiten mittels Bauservice Public bestehen, soll im letzten Kapitel aufgezeigt werden.

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